Personaldienstleistungen im Fokus: Die Recruiting Welt während und nach Corona.

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Was Sie jetzt auf die Agenda nehmen sollten.

Hände schütteln, persönlich geführte Gespräche und Interviews – all diese menschlichen und sozialen Kontakte gehörten vor der Pandemie zu unserem gelebten Alltag. Ohne darüber nachzudenken.

Richtig, es gibt ein Arbeitsleben vor COVID-19, eines während der Pandemie und es wird eines danach geben. Festhalten lässt sich schon jetzt, dass sich unsere bekannte Normalität verschieben und neue Arbeitsweisen und -strukturen etablieren werden.

Im Berufsleben bedeutet dies, dass sich bewährte und bekannte Abläufe und Routinen abrupt geändert haben. Neue Prozesse mussten und müssen sich innerhalb kurzer Zeit etablieren und neue Arbeitsabläufe geschaffen werden. Diese Veränderungen zwingen jeden – im privaten wie auch alle Unternehmen – sich mit sich selbst und der Entwicklung auseinander zu setzen.

Die große und wichtige Branche der Personaldienstleister treffen die Veränderungen auf vielfältige Weise. Personalausfälle, Personalabbau und Einstellungsstopps wirken sich auf viele in der Branche aus. Unter den Personaldienstleistern geben 55 % an, Umsatzrückgänge von über 10 % zu erwarten (Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister).

Das hat auch zur Folge, dass selbst Personaldienstleister, die in den letzten Jahren nur eine Erfolgsrichtung kannten, Personal in Kurzarbeit haben oder auch Personal abbauen müssen. Soll heißen, dass es in dieser sonst so sicheren Branche das erste Mal seit der Finanzkrise so etwas wie Angst um die Zukunftssicherheit gibt.

Jetzt heißt es, klar zu kommen mit den veränderten Rahmenbedingungen. Mit (stornierten) Aufträgen und Kunden, genauso wie mit verunsicherten Kandidaten und natürlich der Kommunikation im Team.

Was jetzt auf der Agenda stehen sollte.

Das allerwichtigste ist und bleibt Kommunikation. Zunächst einmal im Team und untereinander. Ja, persönlich und direkt geht es aktuell nicht (teilweise und nach und nach zum Glück wieder). Aber die modernen Videokonferenzen machen es trotzdem möglich. Ganz wichtig: nur weil wir den Höhepunkt der Pandemie überwunden haben, sollten Sie nicht damit aufhören.

Verschiedene Teile der Branche sind ganz unterschiedlich stark von der Krise betroffen. Sprechen Sie miteinander und analysieren Sie die Situation. Welche Branchen und Kunden sind betroffen? Wo tun sich (neue) Möglichkeiten auf? Wo stehen Sie als Unternehmen jetzt im 2. Quartal? Als Führungskraft sind Sie auch gefordert, kontinuierlich mit Ihren Mitarbeitern offen zu sprechen. Wo gibt es Sorgen und Ängste? Kurzarbeit ist bei vielen Personaldienstleistern eingezogen. Auch wenn wir den Höhepunkt der Pandemie überwunden haben, verschwinden nicht die Sorgen, die damit einhergehen.

Je nach Branche muss man sich  im Kundentelefonat aktuell viele „Neins“ und „Melden Sie sich bitte im nächsten Quartal“ anhören, gerade jetzt sollten Sie aktiv sein und vor allem bleiben. Sprechen Sie regelmäßig mit Ihren Kunden. Wie sieht die Situation aus? Welche Positionen sind aktiv, welche zurückgestellt oder welche müssen jetzt mit Hochdruck besetzt werden? Genauso müssen die bestehenden Kunden analysiert werden. Vormals Top-Kunden werden jetzt vielleicht zu C-Kunden und andere kommen ganz nach oben auf die Prio-Liste. Bleiben Sie flexibel und vor allem proaktiv.

Genauso wichtig sind die Kandidaten. Viele sind nach wie vor verunsichert und haben ihre Wechselambitionen erst einmal hinten angestellt. Über 72 % der Arbeitnehmer sind aktuell fest an ihren Arbeitgeber gebunden (kununu). Andere sind von Kurzarbeit oder Entlassungen betroffen und wollen gerade jetzt Prozesse starten. Auch hier gilt: wahrscheinlich werden Sie mehr Telefonate als sonst führen und sich auch mehr „kein Interesse aktuell“ abholen als sonst, aber bleiben Sie im Kontakt mit Ihrem Netzwerk. Verschaffen Sie sich einen Überblick, dokumentieren Sie und teilen Sie alle Ihre Informationen transparent mit Ihren Teams. Informationen sind Gold wert und essentiell für Ihr Geschäft, da sich jeden Tag die Lage ändern kann.

Ein weiteres wichtiges Schlagwort ist Talentmanagement. Genau jetzt muss die sogenannte „Extrameile“ gegangen werden, um die Talentpools zu befüllen. Wir alle wissen: jede Krise hat ein Ende. Sie sollten dann gut gewappnet sein und schnell und einfach auf interessante Kandidaten zurückgreifen können. Denn nichts ist einfacher, als einen Kandidaten zu vermitteln, den man bereits kennt.

Last but not least: viele Personaldienstleister sind bereits dabei, ihre gewohnten Prozesse auf den Prüfstand zu stellen und begreifen die Krise als Chance, um neue Wege zu gehen. Andere verharren noch immer und hoffen, dass die Corona Pandemie ein Ende findet und sich die Dinge „dann schon wieder regeln werden“. Diese werden wahrscheinlich enttäuscht. Die Spielregeln in allen Branchen, im gesamten Berufsalltag werden sich nachhaltig ändern. Arbeitsplätze, Großraumbüros und Coworking Spaces werden neu gestaltet. Kommunikation und Zusammenarbeit im Team und eben auch remote arbeiten werden ganz neu definiert. Genauso wie die Zusammenarbeit mit Kunden und Kandidaten – Beziehung und Vertrauen aufbauen wird über andere Medien und digitale Tools erfolgen (müssen). Was gestern noch in einem vertraulichen Meeting ging, findet heute per Video Konferenz oder Telefonat statt. Ihre Aufgabe wird es sein, Ihre Recruiting-Prozesse und Ihre gesamte Kommunikation auf genau diese neuen Rahmenbedingungen einzustellen. Die Digitalisierung ist in aller Munde, aber sie wird nicht ohne uns – den Menschen – erfolgreich gemeistert werden.

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