Veränderter Markt und ansteigende Wechselbereitschaft der Kandidaten: Darauf müssen Personaldienstleister jetzt achten!

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Für eine Branche, die viele Jahre nur einen steilen Trend nach oben kannte, war das letzte Jahr ein echter Einschnitt. Viele Branchen hatten Einstellungsstopp, Bewerbungsprozesse wurden von heute auf morgen abgesagt oder auf on hold gesetzt. Genauso auch die Kandidaten: eben noch wechselwillig haben viele ihre Bewerbungen zurück gezogen oder erst einmal gezögert. Personalberater, -vermittler und -dienstleister mussten sich neu justieren und waren je nach Branchenfokus mehr oder weniger von der Pandemiekrise betroffen. Jetzt allerdings gilt für die meisten: der Markt zieht deutlich an.

Auch der Stau bei den Kandidaten löst sich auf. Egal ob aufgrund krisen-bedingter Entlassungen oder aus Unzufriedenheit im Job: die Wechselbereitschaft steigt wieder an. Und auch der Fachkräftemangel hat sich in den von der Krise nicht betroffenen Branchen keineswegs in Luft aufgelöst. Eine gesteigerte Stellensuche geht daher einer mit erhöhtem Personalbedarf. Die Folge: Die Aufträge von Personaldienstleistern, Personalberatern- und vermittlern ziehen wieder an. Wir verraten, wie sich die Stimmung durch die Krise verändert hat und was Kandidaten derzeit beschäftigt!

Corona-Situation in Unternehmen erhöht die Wechselbereitschaft

Ja, die Pandemie hat den Arbeitsmarkt zunächst verunsichert und sorgt in einigen Branchen noch anhaltend für Insolvenzen, Entlassungen und Umsatzrückgänge. Trotz aller Bemühungen seitens Unternehmen und Politik. Aber dies betrifft weitaus weniger Branchen, als es den Anschein hat. Während die Gastronomie oder die Tourismusbranche mit stark negativen Umwälzungen zu kämpfen haben, suchen Software-, Logistik- und Medizintechnikunternehmen noch immer händeringend nach den mangelnden Fachkräften.

Und auf der anderen Seite sind auch viele Kandidaten wieder wechselbereit. Die Krise hat in sämtlichen Bereichen als Katalysator für Veränderungen gewirkt. Sie hat offengelegt, wo Optimierungsbedarf besteht und Unzufriedenheit herrscht. Sei es dadurch, dass viele Kandidaten aufgrund ihrer Kurzarbeitssituation mehr Zeit hatten, ihre berufliche Laufbahn zu überdenken oder ausgelöst durch die Enttäuschung darüber, wie der derzeitige Arbeitgeber mit der Krisensituation umgeht – oder auch nicht umgeht. Die Corona-Pandemie hat viele Arbeitnehmer – egal ob aus freien Stücken oder notgedrungen – dazu veranlasst, sich beruflich neu zu orientieren. Durch die Diskussion um Systemrelevanz und die Wichtigkeit von Jobs wurde die Sinnhaftigkeit der eigenen Tätigkeit vermehrt in Frage gestellt. Sowohl der Arbeitgeber als auch der Job müssen zum Leben passen. Das hat die Krise vielen Kandidaten verdeutlicht und dazu veranlasst, sich nach offenen Stellen umzusehen.

Wechselmotivationen und Gründe für Unzufriedenheit

Rund ein Viertel (24 Prozent) der Befragten der im Auftrag von Xing E-Recruiting vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im deutschsprachigen Raum durchgeführten repräsentativen Umfrage gab an, bereits vor Corona auf der Suche nach einem neuen Job gewesen zu sein. Nach dem ersten Lockdown hat die Unzufriedenheit der Befragten im Beruf zugenommen. Fast alle Befragten (93 Prozent) gaben an, derzeit offen für neue berufliche Herausforderungen zu sein. Jeder vierte Befragte (27 Prozent) findet seinen Job weniger bzw. überhaupt nicht sinnvoll. Jeder dritte Befragte (36 Prozent) ist zudem unzufrieden damit, wie der eigene Arbeitgeber in Sachen Homeoffice agiert.

Egal ob aufgrund der Umstrukturierungen aufgrund der Corona-Situatio im Unternehmen oder durch die in den Fokus geratene Frage nach der Sinnhaftigkeit und Relevanz von Jobs: Die Pandemie hat die generelle Unzufriedenheit geschürt. Bisher im Verborgenen gebliebene Unstimmigkeiten wurden ans Tageslicht gebracht und konnten erst richtig beleuchtet werden. Vielen wurde bewusst: intransparente Gehaltsstrukturen, fehlende Mitarbeiterförderung und eine unzureichend funktionierende interne Kommunikation wollen nicht länger einfach hingenommen werden. Die Mehrheit der Studienteilnehmer hat ihre Bemühungen um einen neuen Job seit dem ersten Lockdown noch verstärkt. Von Krisenunsicherheiten keine Spur! 57 Prozent der Befragten gaben als Wechselmotivation zudem den Wunsch nach einem höheren Gehalt an. Weitere Kriterien für den Wechsel seien die Nähe zum Wohnort und flexible Arbeitszeiten.

Umdenken in allen Bereichen: Neugründungen lassen Fachkräftenachfrage steigen

Die Krise hat jedoch nicht nur aufgezeigt, welche Nachholbedarfe der eigene Arbeitgeber in Sachen Homeoffice-Regelungen hat, sondern auch, welche Schwachpunkte die Globalisierung in derartigen Ausnahmesituationen aufweist. Die Ausrichtung auf regionale Herstellung hat sich verstärkt. Es wird vermehrt gegründet und ein Anstieg dessen prognostiziert. Und eine Welle von Neugründungen geht bekanntlicherweise einher mit neu geschaffenen Stellen, die es zu besetzen gilt. Auch auf Unternehmensseite besteht also ein erhöhter Bedarf an Kandidaten. Dies ist bereits zu spüren und wird die Auftragszahlen von Personaldienstleistern, Personalberatern- und vermittlern in Zukunft wahrscheinlich noch weiter steigen lassen.

Für die Auftragsflut rüsten: das braucht es jetzt!

  1. Um den steigenden Aufträgen gewachsen zu sein, sollte die Datenbank eines jeden Personalberaters – bzw. dienstleisters spätestens jetzt top gepflegt sein. Am besten mit Talentpools, mit deren Hilfe sehr schnell potentielle Kandidaten identifiziert werden können.
  2. An Active Sourcing führt jetzt kein Weg mehr vorbei. Die Aktivität und Kommunikation über alle Kanäle muss wieder hochgefahren werden. Active Sourcing ist noch immer das Mittel der Wahl, um in Gespräche zu kommen. Tipp: jetzt auch hier neue Wege gehen! Die Kommunikation und Ansprache selektiver aufsetzen. Qualität schlägt Quantität.
  3. Meist liegt der „wahre Schatz“ an Kandidaten in der eigenen Datenbank. Und nichts ist einfacher, als bereits bekannte Kandidaten zu aktivieren. Daher eignen sich z.B. Newsletter Kampagnen (natürlich DSGVO konform), um den bestehenden Kontakt zu reaktivieren und wechselwillige Kandidaten zu identifizieren.
  4. Stellenanzeigen sind und bleiben eine Möglichkeit, um auf das eigene Angebot an offenen Vakanzen hinzuweisen. Die Erhöhung der Reichweite über Multiposting kann eine weitere zielsichere Option sein.
  5. Last but not least: aktivieren des eigenen Kandidaten-Netzwerkes im Rahmen von „Kandidaten-empfehlen-Kandidaten-Programmen“ kombiniert mit einem Anreiz erweisen sich solche Empfehlungssysteme in der Praxis oftmals als sehr erfolgreich.

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